Weltleitmesse für Konsumgüter ging zu Ende

Ambiente 2020

Als erste Messe bekam die Ambiente die Auswirkungen von Corona auf das Reiseverhalten zu spüren. Ebenso machte sich das Sturmtief Sabine bei der Besucherzahl deutlich bemerkbar.

 

Nach fünf Messetagen ging die Weltleitmesse Ambiente am 11. Februar in Frankfurt zu Ende. Als erste Messe bekam sie die Auswirkungen von Corona auf das Reiseverhalten zu spüren. Ebenso machte sich das Sturmtief Sabine bei der Besucherzahl deutlich bemerkbar.

„Zwei solche Ereignisse zu einer Messe muss eine Veranstaltung erst einmal verkraften“, sagte Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Aber unsere Aussteller wussten die Situation einzuschätzen. Und die Messebesucher brachten eine positive Stimmung und Orderlust mit nach Frankfurt“, so der erfahrene Messemacher weiter.

Die weltweit größte Konsumgütermesse Ambiente vermeldete ein Wachstum auf 4.635 Unternehmen aus 93 Ländern auf einer Fläche von 310.240 Bruttoquadratmetern. Insgesamt reisten rund 108.000 Einkäufer (2019: 136.081 Besucher aus 167 Ländern) aus knapp 160 Ländern zur Ambiente, um sich Inspirationen und Produkte für ihre neuen Kollektionen zu beschaffen.

Der Geschäftstätigkeit in den Hallen tat das weniger Abbruch als erwartet. Insgesamt herrschte auf der Trend- und Neuheitenplattform eine rege Ordertätigkeit. Aussteller zeigten sich jedoch enttäuscht von starker Verunsicherung seitens der Besucher und damit vom Fernbleiben unterschiedlichster Handelsformen. Diejenigen, die sich auf den Weg nach Frankfurt machten, profitierten von hervorragenden Orderbedingungen.

62 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Ein Großteil des Besucherrückgangs lässt sich auf den Einfluss von Corona verbuchen. Viele, gerade sehr große deutsche und internationale Handelsunternehmen, hatten ein Reiseverbot für ihre Mitarbeiter ausgesprochen. Das Sturmtief Sabine sorgte dafür, dass ab Sonntag deutschland- und europaweit der Flug- und Bahnverkehr teilweise völlig zum Erliegen kam.

Die Zufriedenheitswerte bei den Messebesuchern blieben mit 95 Prozent auf hohem Niveau stabil. Deutliche Verschiebungen zeigten sich aufgrund der besonderen Situation bei den Top-Ten-Besuchernationen. Auf Deutschland folgten hier Italien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Großbritannien, Türkei, USA, Russland, Japan und China. Zuwächse gab es in diesem Jahr etwa aus Estland, Japan, Jordanien, Kolumbien, Rumänien und der Türkei.

HoReCa und Contract Business auf der Ambiente

Zukunftsweisend zeigte sich die Ambiente mit dem Ausbau des Dining-Bereichs um eine eigenständige Plattform für die Hotel-, Restaurant- und Catering-Branche (HoReCa). Vor dem Hintergrund des weltweit wachsenden Marktes bot die 2020 neu eingerichtete Halle 6.0 eine perfekte Anlaufstelle für nationale und internationale Entscheider im Hospitality-Segment – darunter Hotelketten, Restaurantbesitzer, Cateringunternehmen, Cruiselines und Airlines. Die Aussteller präsentierten hier ihre neuesten Kollektionen und luden zu aktuellen Insights aus dem Front of House-Bereich ein. Darüber hinaus lieferten in der HoReCa-Academy internationale Topreferenten einen fundierten Ausblick auf die relevanten Branchentrends. Bekannte Namen darunter waren etwa Maham Anjum, Ido Garini, Adam D. Tihany, Jozef Youssef und Dr. Francesca Zampollo. Die Einbindung des spezialisierten HoReCa-Angebots in die weltgrößte Konsumgütermesse bot den Einkäufern zudem die einzigartige Chance, über das Angebot von Tisch und Küche hinaus aktuelle Lifestyle-Kollektionen in den Giving- und Living-Hallen zu ordern. In diesem Kontext kamen ebenfalls die täglichen HoReCa-meets-Contract-Trendtouren gut an. Der HoReCa-Spezialist Pierre Nierhaus zeigte darin neue Trends und Ausstattungskonzepte ausgewählter Front of House-Aussteller in den Bereichen Dining und Living.

Nachhaltigkeit auf der Ambiente

Weiteres Zukunftspotenzial eröffnet sich im Megatrend Nachhaltigkeit. Hierin übernimmt die Ambiente für ihre Branche eine Vorreiterrolle. Die langjährigen Kooperationen mit der World Fair Trade Organization (WFTO) und MADE51, einem Projekt des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), boten erneut hoch frequentierte Präsentationen und Informationsveranstaltungen. Zudem spiegelte auch der Ethical Style Guide diese Entwicklung deutlich wider. Das kuratierte Verzeichnis listet ökologisch und sozial verträglich produzierende Aussteller auf der Ambiente. Die aktuelle Edition präsentiert 314 Unternehmen aus 49 Ländern und damit 27 Prozent mehr als im Vorjahr.

Focus on Design

Frische Impulse setzte die Ambiente auch für die Welt des Designs: Die neue Sonderpräsentation Focus on Design rückte außergewöhnliche Produkte aus Brasilien ins Scheinwerferlicht. Die fünf Designstudios Rodrigo Almeida, Bianca Barbato, Brunno Jahara, Sérgio J. Matos und Rain zeigten in der Galleria 1 herausragende Produkte und gaben detaillierte Einblicke in die aktuelle Kreativszene ihres Landes. Weitere Publikumsmagneten waren außerdem wieder die Sonderschau Ambiente Trends sowie die Ausstellung zum German Design Award. Die nächste Ambiente findet vom 19. bis 23. Februar 2021 statt.

 

 

 

 

 

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