Consumer Goods Digital Day überzeugte

Messe Frankfurt

3.658 Teilnehmer aus 93 Ländern versorgten sich auf dem Consumer Goods Digital Day mit wertvollen Impulsen für die herausfordernde Zukunft des Handels.

Passgenaue Lösungsansätze und prägnante Perspektiven: Der zehnstündige Consumer Goods Digital Day bestach durch ein erstklassiges Konferenzprogramm, geballtes Networking und zahlreiche Ordermöglichkeiten. 3.658 Teilnehmer aus 93 Ländern versorgten sich auf dem Live-Event mit wertvollen Impulsen für die herausfordernde Zukunft des Handels.

Gemeinsam vorwärts schauen und gehen. Mut für Neues und für Veränderung. Konsequente Orientierung an den sich verändernden  Kundenbedürfnissen und Umstellung des eigenen Geschäfts hin zu digital, bevor es zu spät ist – das sind die übergreifenden Botschaften, die der Consumer Goods Digital Day seinen internationalen Teilnehmern mitgab.

„Was wir auf dem Consumer Goods Digital Day nicht ersetzen konnten – und auch nicht wollten – ist die persönliche Begegnung auf unseren Messen. Vielmehr haben wir nach über einem Jahr der Pandemie den Hunger nach Inspiration, geschäftlichem Austausch und Order für den Moment gestillt. Das ist unser digitaler Support in diesen Zeiten. Daher war der Digital Day ein excellenter Boxenstopp, bis die persönliche Begegnung wieder uneingeschränkt möglich ist“, resümiert Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH.

Die Teilnehmer nutzten das digitale Live-Event, um sich für die zukünftigen Herausforderungen im Business gut aufzustellen und sich auszutauschen. 59 Prozent der Teilnehmer schalteten sich aus dem Ausland zu. Händler aus unterschiedlichsten Bereichen und Branchen waren aktiv – von Interior Design, Weihnachts- und Gartendekoration, Geschenke, Haushaltsgeräte, Küche, Tischkultur und Papeterie bis hin zu Büro-, Schul- und Floristenbedarf – und nutzten rege die Kommunikations- und Austauschmöglichkeiten der Plattform.

Neue Denkanstöße und handfeste Learnings
In der aktuellen volatilen Situation geprägt von temporären Ladenschließungen, vorzubuchenden Besuchsterminen im Einzelhandel, Neuheitenvorstellungen via Webkonferenzen und exponentiellen Zuwachsraten im Onlinehandel hilft nur der konsequente Blick nach vorn. Genau zur richtigen Zeit als Überbrückung bis zum nächsten Messebesuch gab der Consumer Goods Digital Day dem Handel neue Denkanstöße, die direkt fürs Business anwendbar sind.

Der vielfach ausgezeichnete Keynote-Speaker und Digital-Business-Consultant Sanjay Sauldie eröffnete den Tag mit einem mitreißenden Plädoyer zur aktiven Gestaltung der digitalen Transformation. „Wir müssen lokal gemeinsam handeln, vernetzt denken mit Händlern in der direkten Nachbarschaft. Ihr Nachbar ist Ihr Freund, nicht Ihr Feind“, war sein Appell an die Konsumgüterbranche. So müsse der Einzelhandel zum Gemeinschaftshandel werden. Dafür solle sich der stationäre Handel auf seine Stärken konzentrieren und zum Beispiel eine gemeinsame Online-Präsenz von Einkaufsstraßen einer Stadt mit einem zentralen Shop bilden. „Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt all Ihrer Überlegungen und hören Sie nicht auf, Ihr Tun ständig zu hinterfragen, so wie es erfolgreiche Startups machen“, betonte der renommierte Redner.

Dass Corona das beste Lernfeld für die Digitalisierung bietet, machte auch Frank Rehme deutlich: „Digitalisierung wurde oft vertagt, weil man keine Zeit hatte, sich darum zu kümmern. Im Lockdown allerdings wird nicht im Geschäft, sondern am Geschäft gearbeitet. Jetzt ist die Zeit, sich um das Online-Geschäft zu kümmern.“

Diesem Tenor schließt sich Boris Hedde, Geschäftsführer vom Institut für Handelsforschung (IFH) Köln in seinem Vortrag zur Studie „Vitale Innenstädte in Zeiten der Pandemie“ an: „Goodbye Einkaufsstadt, welcome Erlebnisstadt. Alle Macht geht von den Besuchern einer Stadt aus. Wir müssen aus dieser Sicht konsequent denken, um die Frequenzen wieder zu erhöhen. Auch mit Abstand ist der Einkaufsbummel immer noch das Hauptmotiv für den Besuch der Innenstädte. Je attraktiver der Erlebniswert, desto besser werden Städte bewertet. Ein großer Vorteil, der jetzt um digitale Services ergänzt werden muss.“

Dass der stationäre Handel trotz Online-Boom nach wie vor noch über wichtige Alleinstellungsmerkmale verfügt, arbeitete Marilyn Repp in ihrem Vortrag heraus. Die Projektleiterin des Kompetenzzentrum Handel betont: „Der stationäre Handel wird immer mehr zum Erlebnisschaffer und hat dadurch entscheidende Vorteile gegenüber Online-Shops: die persönliche Beratung, die sofortige Verfügbarkeit der Ware und das Erlebnispotenzial. Denn digitale Erlebnisse kommen nicht an analoge Erlebnisse heran. Auch junge Menschen lieben trotz Online-Affinität individuelle Beratung vor Ort. Der stationäre Handel kann damit nach wie vor für diese Zielgruppe attraktiv sein – solange es Beratern gelingt, auch gut informierten Käufern überzeugende Impulse zu geben.“

Trends und sich verändernde Kundenbedürfnisse
Welche Trends prägen derzeit die globale Konsumgüterbranche und welche Bedürfnisse gewinnen in den eigenen vier Wänden/im Homeoffice und im Büro an Bedeutung? Diese Fragestellungen haben besonders viele Teilnehmer interessiert. Hierzu präsentierte das Stilbüro bora.herke.palmisano mit den Ambiente, Christmasworld und Paperworld Trends 2021 die kommenden Farben und Materialien, die den Nerv der Zeit treffen: „Die neue Art zu Arbeiten und das „neue Zuhause“ haben großen Einfluss auch auf die Trends. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt hierbei auf Nachhaltigkeit. DIY, Reparieren und Second Hand kommt auf jeden Fall in der neuen Saison“, so die Trendexpertin Claudia Herke.

Am Megathema Nachhaltigkeit geht nichts vorbei. Denn Nachhaltigkeit ist sowohl ein Gesellschaftsthema als auch ein Zielgruppen-Thema, der Greta-Effekt hat diese Entwicklung angestoßen und die Pandemie getriggert. „Nachhaltigkeit ist nicht die Frage danach, wieviel Bio wir sind, sondern die Frage, welche Haltung wir vertreten. Was sie machen, machen Sie es authentisch und richtig. Sie können auch erst mit kleinen Schritten anfangen. Zum Beispiel mit nachhaltigen Angeboten für die eigenen Mitarbeiter, bevor sie sich der nachhaltigen Sortimentsentwicklung annähern“, sagte Silvia Talmon von The Retail Academy und gab den Teilnehmer wertvolle Praxisbeispiele.

Daneben forderte vor allem die letzte Paneldiskussion des Tages die konsequente Ausrichtung auf die sich rasant verändernden Werte der Konsumenten. Denn was laut den Trendexperten von Fashionsnoops pandemiebedingt mit einem stärkeren Interesse an Brotbacken, Gartenarbeit, DIY- und Heimwerkerprojekten bis hin zur Aufzucht von Hühnern begann, entwickelt sich zu einer neuen Leidenschaft zur Selbstversorgung und starken Verbundenheit mit der Natur. Außerdem hat die Pandemie nicht nur das Homeoffice weltweit in Rekordzeit gesellschaftsfähig gemacht, sondern auch viel schneller die neue New Work-Ära eingeläutet: „Arbeiten von überall“ – Menschen genießen eine nie dagewesene neue Normalität der persönlichen Mobilität. Und natürlich stehen Gesundheit und Wellness im post-pandemischen Lebensstil an erster Stelle. Auch unsere persönlichen Räume werden zu einem wichtigen Zufluchtsort.

Digitale Veranstaltungen als dauerhafte Ergänzung zu Messen
Interessierte haben weiterhin die Möglichkeit, ausgewählte aufgezeichnete Inhalte und zusätzliches Material einzelner Redner im Nachgang auf der Wissensplattform für die Konsumgüterbranche der Messe Frankfurt – Conzoom Solutions – anzusehen. Darüber hinaus steht dem Handel die digitale B2B-Orderplattform Nextrade 365 Tage im Jahr zur Verfügung.

Die vier Konsumgüterfachmessen Christmasworld, Paperworld und Creativeworld sowie Ambiente werden 2022 wieder wie gewohnt stattfinden und auch zukünftig durch digitale Plattformen erweitert. Am Konzept einer digitalen Messeergänzung wird somit auch in den kommenden Jahren festgehalten. Foto: Messe Frankfurt

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